Nach Bandscheibenvorfall: Kostenübernahme für orthopädische Bürostühle beantragen

Um nach einem Bandscheibenvorfall oder bei anderen chronischen Rücken- und Wirbelsäulenerkrankungen eine Berufsunfähigkeit zu verhindern und den Weg zurück in einen schmerzfreien Arbeitsalltag zu finden, gehört ein orthopädischer Bürostuhl zur Grundausstattung Ihres Arbeitsplatzes. Was viele nicht wissen: Die Kosten für die Anschaffung eines orthopädischen Bürostuhls können übernommen werden.

Laut Untersuchungen der Aktion Gesunder Rücken handelt es sich bei einem Drittel der Krankheitsbilder von 35- bis 50-Jährigen um chronische Rücken-Erkrankungen. Doch nicht nur dauerhafte Rückenschmerzen, sondern auch rheumatische Erkrankungen wie Morbus Bechterew, osteoporotische Veränderungen der Wirbelsäule, vor allem aber Bandscheibenvorfälle sind „Volksleiden“ und gehören statistisch zu den häufigsten Gründen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen.

Viele Arbeitnehmer kehren aus der Reha, nach Operationen und wochenlangen Physiotherapie an Ihren Arbeitsplatz zurück und finden sich auf und vor ihren Büromöbeln wieder, die zu einem großen Teil Schuld an ihren Rückenerkrankungen haben. Im wahrsten Sinne kann dabei der richtige, orthopädische Bürostuhl das Arbeitsleben retten.  

Ein Besuch in der Reha-Klinik ist obligatorisch für die Bewilligung eines Zuschusses für orthopädische Büromöbel. Sprechen Sie Ihren Arzt auf den Sachverhalt an.

Immer in Bewegung: Was macht einen orthopädischen Bürostuhl aus?

Während viele Schreibtischstühle mit einer Standard- oder Synchronmechanik ausgestattet sind, ist ein orthopädischer Bürostuhl mit einer frei beweglichen Rücken- und Sitzfläche sowie mit verstellbaren Armlehnen und teilweise mit Kopfstützen ausgerüstet. Diese folgen den natürlichen Bewegungen zu allen Seiten und unterstützen so das empfohlene dynamische Sitzen – also den Wechsel zwischen statischem, aufrechtem und geradem Sitzen. Dabei wird die Wirbelsäule entlastet und Bandscheiben geschont.

So kann ein orthopädischer Bürostuhl vorhandene Schmerzen nach Bandscheibenvorfällen lindern und sogar vermeiden. Zugleich wirkt die spezielle Dynamik anderen chronischen Rückenschmerzen sowie Wirbel- und Haltungsschäden vor.

Schritt für Schritt: Wie beantrage ich einen orthopädischen Bürostuhl?

 „Zur Sicherstellung der Teilhabe am Arbeitsleben“ und „zur beruflichen Rehabilitation“ werden die Kosten für die Anschaffung von Hilfsmitteln und technischen Arbeitshilfen übernommen – dazu gehören neben orthopädischen Bürostühlen, auch höhenverstellbare Schreib- und Stehtische. Die folgende Checkliste hilft Ihnen bei der Antragstellung.   

Wer kann den Antrag stellen?

Jeder beschäftige Versicherte, dem aufgrund des entsprechenden Krankheitsbildes eine Arbeitshilfe zur Aufrechterhaltung der Erwerbstätigkeit dient, kann einen Antrag zur Kostenübernahme für Hilfsmittel und technische Arbeitshilfen stellen. Voraussetzung dafür ist ein ärztliches Attest oder ein Entlassungsbericht der Reha-Klinik.

Wo kann man den Antrag stellen?

In der Regel erhalten Sie das Antragsformular bei der Deutschen Rentenversicherung – insofern Sie bereits seit mindestens 15 Jahren in die Rentenkasse einzahlen und die Notwendigkeit für einen orthopädischen Bürostuhl zur beruflichen Rehabilitation vorweisen können. Kommt die Rentenkasse nicht in Frage, finden Ihren Ansprechpartner in den Arbeitsagenturen.

Handelte es sich um einen Arbeits- oder Wegeunfall, der zu Ihrer Erkrankung führte, können Sie sich an die Berufsgenossenschaft wenden. Für Beamte und Studenten ist das Integrationsamt zuständig.  

In der Regel wenden Sie sich für eine Kostenübernahme an Ihre Rentenversicherung. Sie sollten jedoch mind. 15 Jahre eingezahlt haben, um erfolgreich einen Zuschuss zu beantragen.

Was benötige ich zur Antragstellung?

Es gibt eine Reihe von Formularen der DRV, die von Ihnen und Ihrem Arzt ausgefüllt werden müssen. Einen ersten Überblick im Papier-Dschungel bietet das Informationsblatt G103 (PDF). Fragen Sie Ihren Berater nach allen notwendigen Formularen für die Beantragung von Hilfsmitteln und technische Arbeitsmitteln.

Neben einem Attest oder Entlassungsbericht der Reha-Klinik gehört auch eine ausführliche Stellen- und Tätigkeitsbeschreibung, die beweist, dass die bisherige ergonomische Ausstattung an Ihrem Arbeitsplatz für Sie medizinisch nicht ausreichend ist. Benötigt werden die Formulare G0100, G0130, G3143, G3002 und G3003, die Sie auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherungsbundes finden.

Welchen orthopädischen Bürostuhl brauche ich?

Idealerweise legt Ihr behandelnder Arzt die notwendigen Eigenschaften des Bürostuhls fest, die darin die Norm DIN EN1335 erfüllen. Suchen Sie zusätzlich einen Fachhändler auf: Hier können Sie orthopädische Stühle probesitzen oder sogar mieten und über einen längeren Zeitraum testen. Vor allem aber sollten Sie sich ein konkretes Angebot einholen, welches Sie Ihrem Antrag hinzufügen. Sprechen Sie uns an, ein Angebot ist schnell erstellt!

Wie hoch sind die Zuschüsse?

Die Höhe des Betrages hängt von Ihrem Leistungsträger und Ihrem medizinischen Befund ab. In der Regel betragen die Zuschüsse für einen orthopädischen Bürostuhl bis zu 435,–€ und für einen höhenverstellbaren Schreib- bzw. Stehtisch bis zu 1.200,–€ (inkl. MwSt).

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