Unterschiede zwischen Aeron Classic und Aeron Remastered

Die Bürostuhl-Ikone Aeron hat mit dem 2017 herausgebrachten Remastered seinen Nachfolger gefunden. Die Produktion des Aeron Classic endet und der Bürodrehstuhl kann ab Anfang 2018 nur noch als refurbished model bzw. aufbereitetes Modell erstanden werden.

Den klassischen Aeron damit als hinfällig zu bezeichnen, wäre falsch. Er ist und bleibt die Design-Ikone der 1990er und erhält bei guter Pflege seine Wertstabilität. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, sodass viele Sammler den Aeron Classic die Treue halten werden, während neugierige Designfreunde wissen möchten, ob der neue Aeron hält, was er verspricht. Wir finden nach einem längeren Sitz-Test: Herman Miller ist mit dem Remastered der Sprung ins 21. Jahrhundert gelungen und gießt neue ergonomische Erkenntnisse in einen würdigen Nachfolger. Ein Vergleich mit sechs kleinen, aber feinen Änderungen:

Ergonomische Stabilität erhöht sich

Während im Aeron Chair durch PostureFit oder Lumbalstütze der obere oder untere Rückenbereich gestützt wird, gibt es für den Remastered weiterhin eine Lumbalstütze und das neuartige PostureFit SL. Letzteres sorgt dafür, dass beide Bereiche gestärkt werden, indem zwei durch kleine Rädchen verstellbare Pads Kreuzbein und Lordosenbereich (= sacrum & lordosis, daher der Name SL) unterstützen. Auf diese Weise werden ergonomische Stabilität und die gesündeste Sitzhaltung am Arbeitsplatz garantiert.

Aufgrund der Marktdurchdringung des PostureFits am Aeron Classic von über 90% bieten die meisten Händler auch nur die PostureFit SL-Variante für den Remastered an.

Atmungsaktivität gewinnt an Profil

Sowohl Aeron Chair als auch Aeron Remastered sind aufgrund des flexiblen Kunststoff-Mix der Sitz- und Rückenfläche luftdurchlässig und atmungsaktiv. Die patentierte Pellicle Membran, die den Diffusionsvorgängen der menschlichen Haut nachempfunden ist, verhindert Wärmestau und behält an den üblichen Druckstellen im Rücken- und Beckenbereich die Temperaturen besonders gering.  

Am Aeron Remastered bringt die weiterentwickelte 8Z-Pellicle-Membran dank acht variabler Stützzonen eine gezieltere Unterstützung mit sich, weil die Membran an verschiedenen Druckstellen unterschiedliche Härtegrade und Elastizitäten aufweist.

Noch einfacher konfigurierbar

Individuell verstellbar in Höhe, Neigung, Neigungsspanung, Armlehnenhöhe und -winkel sind sowohl der Klassiker als auch sein Nachfolger. Dank der Kinematik-Neigung passen sich beide Aerons spielend an natürliche Körperbewegungen während der Schreibtischarbeit an. 

Der Remastered hat eine noch stärker ausgeprägte Vorwärtsneigung, auch lässt sich der Widerstand der Rückenlehne einfacher regulieren. Die Hebel sind zugänglicher und intuitiver gestaltet.

Armlehnen-Komfort verbessert

Die Armlehnen des Aeron Classic, die nach oben und unten sowie um 17° nach innen und außen schwenkbar sind, verfügen beim neuen Aeron Remastered zusätzlich über eine Tiefenverstellung. Dadurch werden die Armpads nun als schwenkbare 3D-Armauflagen bezeichnet, die standardmäßig in Vinyl oder in der Sonderausstattung in Leder daherkommen. 

Neues Design schafft Gewichteinsparung 

23 kg wiegt der Aeron Classic, der unter Laborbedingungen dauerhaft bis zu bis 139 kg Körpergewicht trägt. Der Remastered vermag die gleiche Last zu tragen, jedoch ist er etwas leichter geworden. Materialeinsparungen sorgen dafür, dass er ein Kilogramm an Gewicht verloren hat. Und das sieht man auch: Die Neuauflage wirkt schlanker und kompakter.

Basismodell wirkt etwas heller

Im Gegensatz zum Classic, dessen Standardfarbe für die Netzstoffe (Graphite) als nahezu Schwarz bezeichnet werden kann, wirkt der Netzstoff für Rückenlehne und Sitzfläche beim Remastered bei gleicher Farbbezeichnung einen Farbton heller; geht in Richtung dunkelgrau, um mit dem dunkleren Rahmen einen knackigen Kontrast einzugehen. Der Remastered soll sich damit laut Designer Don Chadwick besser in moderne Büroumgebung eingliedern.